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Es geht um Ihr Geld

Es war einmal – eine gute Absicht... Man hat dem Schweizer Volk eine zahlbare Krankenversicherung geben wollen. Familien und Mittelstand vor allem sollten entlastet werden. Zuallererst, hat man gemeint, müsse man Kosten reduzieren und Abläufe im aufgeblähten Verwaltungsapparat vereinfachen.

Doch wie oft, wenn etwas mit leiser Hoffnung und einem «Es war einmal» beginnt, hat die Absicht ihr Ziel verfehlt. Sie wissen es: Die Prämien klettern munter weiter. Versicherte, Steuerzahler, Krankenversicherungen, Ärzte, Spitäler und Chiropraktoren kämpfen mit immer höheren Kosten.

Das bedrückt. Es bedrückt die Versicherten. Ihnen macht es Angst, im Herbst die Post ihrer Krankenkasse zu öffnen – es könnte ja wieder eine Prämienerhöhung drin stecken. Es bedrückt auch uns Volksvertreter – wir kämpfen oft gegen Einzelinteressen und enge Sicht und ein verschachteltes System, das nur zu oft den Patienten aus dem Auge verliert.

Viele der Kosten werden nicht von Medizinern und Spitälern verursacht, die «unnötige Leistungen» erbringen oder von Apothekern, die zu grosse Pillenschachteln verkaufen oder was der Vermutungen mehr sein könnten. Ansehnliche Beträge werden vom System verschleudert.

Lesen Sie dieses Beispiel, das Sie persönlich betreffen könnte:

Chiropraktoren handeln wie Ärzte in eigener Verantwortung. Sie entscheiden über die nötigen diagnostischen und therapeutischen Massnahmen. Seit bald vierzig Jahren werden ihre Leistungen von den Grundversicherungen der Krankenkassen übernommen.

Wie zahlreiche Mediziner überweisen Chiropraktoren Patienten bei Bedarf an Physiotherapeuten, um gewisse Beschwerden gezielt weiterbehandeln zu lassen. Auch diese Leistungen haben die Krankenkassen immer übernommen. Weshalb auch nicht? Ist es doch sinnvoll, jeden nach der eigenen «Kernkompetenz» einzusetzen

Das Krankenversicherungsgesetz KVG aber will es uns nicht so einfach machen. Es sieht nicht vor, dass Chiropraktoren Leistungen zu Lasten der Grundversicherungen delegieren.

Das Gesetz will es komplizierter: Es schreibt vor, dass der Patient nach der Untersuchung und der chiropraktischen Behandlung vom Chiropraktor zum Hausarzt gesandt wird. Dieser muss die formell notwendige Überweisung an den Physiotherapeuten vornehmen. Hat der Patient keinen Hausarzt, muss er sich einen suchen. Weil der Hausarzt aber nicht einfach so eine Überweisung unterschreiben darf, muss er den Patienten nochmals untersuchen, obwohl er die Fähigkeiten und die Erfahrung seines Kollegen Chiropraktor ohne Einschränkungen anerkennt.

Patienten verstehen das nicht. Das Verfahren ist kompliziert. Die Doppelkonsultationen verursachen hohe und unnötige Kosten. Schnelles Handeln wird verunmöglicht. Patienten erfahren länger als nötig keine Linderung oder Heilung. Arbeitgebern ist es ein berechtigter Ärger, wenn Fehlzeiten künstlich verlängert werden.

Kommt dazu, dass diese Situation im Widerspruch zum Gesetz steht: Das KVG selbst fordert nämlich das Wirtschaftlichkeitsprinzip.

Ich finde, man muss den Stier bei den Hörnern packen und ändern, was zu ändern ist. Und zwar jetzt. Zur Zeit wird über die Revision des KVG beraten. Dabei setze ich mich dafür ein, dass diese peinliche Geldverschwendung ein Ende hat. Die Patienten der Chiropraktoren sollen nicht mehr eine Reise von einer Praxis in die andere unternehmen müssen, bevor sie behandelt werden, und die Krankenkassen sollen nicht mehr bezahlen müssen, als wirklich nötig ist.

Mehr denn je brauchen wir vernünftige Gesetze, die den Patienten helfen. Dafür engagiere ich mich.

Dr. iur. Philipp Stähelin, Ständerat, Frauenfeld

Februar 2002

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Neuralgie
Schmerzen, die im Gebiet eines Nervs attackenweise auftreten, häufig ohne erkennbare Ursache. Auch verwendet als nicht korrekte Bezeichnung für Schmerzen im Gebiet eines Nervs nach einer Schädigung. Neuritis

(aus dem Rückenlexikon)