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Über 50 Prozent der Schweizer Bevölkerung leiden an Beschwerden des Bewegungsapparates und suchen nach Linderung oder Heilung. Medikamente und Skalpell werden am häufigsten eingesetzt, um Krankheiten oder Unfallfolgen zu begegnen. Doch es gibt auch andere Wege: Die Chiropraktik als etablierte, in das Gesundheitswesen integrierte Heilkunde kann Alternativen bieten zu Operationen und medikamentösen Therapien.
Entstanden ist die Chiropraktik in einer Zeit, in der die Medizin wissenschaftlich wenig fundiert war. Die Chirurgie barg grosse Risiken, Medikamente waren oft wenig effektiv und hatten zum Teil massivste Nebenwirkungen. Chiropraktik war anders. Die Chiropraktoren waren der Überzeugung, dem Körper sei eine Selbstheilungskraft eigen, die aktiviert werden muss. Für die frühen Chiropraktoren war die Wirbelsäule zentral für diese Selbstheilungskraft: Mechanische Probleme der Wirbelsäule beeinträchtigen das Funktionieren des Nervensystems und damit des gesamten Körpers.
Mit diesem grundlegenden Gedanken ist die Chiropraktik in der damaligen «medizinisch unsicheren» Zeit gross geworden. Sie hat die Natur unterstützt, und nicht die Krankheit bekämpft. Heute ist dieser «natürliche Weg» wieder hochaktuell: Zahlreiche Forschungsansätze verfolgen dieselbe Richtung. Die Chiropraktoren tun das seit mehr als hundert Jahren. Schon damals sind sie ihrer Zeit weit voraus gewesen.
In den letzten Jahrzehnten hat die Chiropraktik auch medizinisches und biomechanisches Denken integriert.
Damit sind die Chiropraktoren als Experten des Bewegungsapparates mit beiden «Welten» vertraut: mit der holistischen, ganzheitlichen und mit der traditionell medizinischen.
Geblieben sind die bewährten Grundelemente: die umfassende Betrachtungsweise nicht nur der Krankheit, sondern des ganzen des Menschen und die herausragenden Fähigkeiten in der Behandlung der Wirbelsäule und der Gelenke.
Im Interesse der Patienten wird die interdisziplinäre Zusammenarbeit heute intensiv gepflegt. Die Chiropraktik ist als vollwertige Partnerin ins Gesundheitswesen integriert. Oft führt der Weg vom Chiropraktor zu anderen Spezialisten oder über Allgemeinpraktiker, über Fachärzte und Spitäler zum Chiropraktor. In vielen Fällen bietet die Chiropraktik eine Lösung.
In den heute achtzig Jahren, in denen die Chiropraktik in der Schweiz angeboten wird, sind die Patienten immer die treibende Kraft für ihre Etablierung gewesen. So ist der Beruf gewachsen – weil die Patienten diese Therapie gewollt haben und wollen.
Chiropraktik bietet viel von dem, was die Patienten heute von der Medizin erwarten: eine gesundheitsorientierte Medizin mit dem Menschen im Mittelpunkt, eine natürliche Behandlungsmethode im direkten und menschlich-persönlichen Kontakt mit dem Patienten.
Man sollte also meinen, die Zukunft der Chiropraktik sei gesichert: Das Bedürfnis ist da, die Lösung wird geboten.
Der Schein könnte trügen. Die Mittel in unserem teuren Gesundheitswesen werden heute hauptsächlich mit Blick auf die Krankheit ausgegeben. Wenig bleibt übrig für die Suche nach Möglichkeiten, die Gesundheit zu erhalten. So läuft die Chiropraktik Gefahr, eines ihrer wichtigsten Potenziale nicht mehr einsetzen und nicht mehr weiter erforschen und entwickeln zu dürfen. Auch andere Probleme gibt es viele am Horizont: Zulassungsbeschränkungen für Chiropraktoren, eine teure Ausbildung, die bis heute nur im Ausland angeboten wird, und über allem die Drohung, der Patient dürfe eines Tages nicht mehr selbst entscheiden, ob und welchen Chiropraktor er konsultiert.
Wenn die Chiropraktik auch morgen noch für alle – auch für Sie! – da sein soll, bedarf es des Einsatzes vieler. Zahlreiche Patienten setzen sich bereits für die Chiropraktik ein. Mit einer Mitgliedschaft in der Patientenorgansiation Pro Chiropraktik.
Mai 2001 zurück
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