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Chiropraktik kann man nicht in der Schweiz studieren. Wer Chiropaktor werden will, muss nach einem bestandenen medizinischen Grundstudium in der Schweiz die Koffer packen und in die USA oder nach Kanada ziehen. An einer von 11 Hochschulen, alle von der Schweiz anerkannt, wird er in zehn Semestern zum Chiropraktor ausgebildet. Nach einer Prüfung an der Hochschule, drei weiteren staatlichen Examen in der Schweiz und einer zweijährigen Assistenzzeit darf er selbständig praktizieren.
Es liegt auf der Hand, dass zahlreiche begabte Studenten diesen Weg nicht gehen können: Alleine die Kosten für das Auslandstudium belaufen sich auf über 200 000 Franken.
Immer weniger Studenten sind in der Lage, so viel Geld in eine Zukunft zu investieren, die trotz ausgezeichneter Ausbildung und bester Zeugnisse sehr unsicher ist. Die gesetzliche Stellung der Chiropraktoren und anderer Anbieter medizinischer Leistungen wird ständig schlechter, und es ist unsicher, ob man auch in Zukunft im Rahmen der Grundversicherung wird praktizieren dürfen.
Das betrifft auch Sie als Patienten: Die Chiropraktik hat sich etabliert, denn chiropraktische Leistungen haben sich als wirksam und kostengünstig erwiesen – der Nachwuchs an Chiropraktoren aber ist in Gefahr, wenn man jetzt nicht Gegensteuer gibt.
Das teure Studium im Ausland hat zwar einige Vorteile, und ein Ausbildungsteil in den USA oder in Kanada soll beibehalten werden. Langfristig sichern aber kann man den Nachwuchs nur, wenn man die chiropraktische Ausbildung in die Schweiz holt.
Zahlreiche Gründe sprechen dafür:
Die Ausbildungsqualität an den US-amerikanischen und kanadischen Universitäten ist unterschiedlich. Für Patienten und Gesundheitswesen aber ist es wünschenswert, die Ausbildung der Schweizer Chiropraktoren auf einem einheitlich hohen Niveau zu halten.
Die heutige Ausbildungsmodell mit einer medizinischen Grundausbildung in der Schweiz und der anschliessenden Ausbildung in den USA oder in Kanada wird zu immer mehr Doppelspurigkeiten führen: Nicht alles, was hier gelehrt wird, ist in den USA anerkannt – und umgekehrt.
Wird die Ausbildung in eine Schweizer Universität integriert, hat das positive Folgen für die Forschung und die klinische Ausbildung der Chiropraktoren: Die Chiropraktik wird in Universitätskliniken angeboten, und die Behandlung ist somit breiteren Bevölkerungskreisen zugänglich.
In der Ausbildung können Synergien genutzt werden: Dozenten der bestehenden Fakultäten für Medizin, Biomechanik usw. werden auch angehende Chiropraktoren unterrichten, und Einrichtungen werden besser genutzt. Zudem erhalten die Universitäten neue Impulse, wenn sie das Chiropraktik-Studium in ihr Angebot aufnehmen.
Es ist offensichtlich: Die Chiropraktik hat einen hohen Nutzen für die Allgemeinheit und ist seit Jahren gesetzlich anerkannt. Es wäre ungerecht und kurzsichtig, den Zugang zur Chiropraktik auch in Zukunft auf einige wenige zu beschränken, die die notwendigen grossen Geldmittel für den langen Ausbildungsweg aufbringen können.
Die Schweiz darf stolz sein auf ihre guten Universitäten – Chiropraktik gehört heute ins Studienangebot eines Landes, das auf eine hochstehende Ausbildung und Medizin Wert legt.
August 2001 zurück
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