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In der Schweiz seien krank sein und gesund werden zu teuer, viel zu teuer, sagt man. Prämien wüchsen ins Unermessliche, Leistungen von Spitälern und Privatpraxen sowie Medikamente seien unbezahlbar. Aber weniger Leistung hinnehmen? Dazu ist kaum jemand bereit. Verständlich: Wer will schon weniger als das Beste für die eigene Gesundheit? Wer will schon auf «sein» Spital verzichten, das aus ökonomischen Gründen geschlossen werden soll, obwohl es seine Aufgabe gut erfüllt? Wer will weniger Spitzenmedizin, ein Herzzentrum weniger? Man könnte es einmal benötigen, also soll es hier und bereit sein. Dasselbe gilt für Privatpraxen, für Medikamente und die Zeitschriften im Wartezimmer des Spitals: Was nicht auf dem neuesten und teuersten Stand ist, hat es schwer, akzeptiert zu werden.
So leuchtet ein, dass Krankenkassen- und Krankenversicherungsprämien höher sind als noch vor Jahren. Viele empfinden die wachsenden Prämien als drückende Last; sie müssen knapp rechnen, um ihre Verpflichtungen erfüllen zu können.
Doch da gibt's noch eine Seite, die meist übersehen wird: Die Schweiz hat das weltbeste Gesundheitswesen. Das ist eine kühne Behauptung, aber sie ist wahr. Schon die Grundversorgung ohne Zusatzversicherung garantiert flächendeckende Spitzenmedizin, kein Bereich der High-Tech-Medizin bleibt uns verschlossen. Behandlungen, die Leben retten und die Gesundheit wiederherstellen sollen, sind nicht einigen wenigen vorbehalten, die dafür tiefer als andere in die Tasche zu greifen vermögen. Dass ein solches Gesundheitswesen mehr kostet als eine Basis-Versorgung, liegt auf der Hand – den Fünfer und's Weggli gibt es eben auch hier nicht...
Unverständlich ist unter diesen Umständen, dass der Druck, der besonders auf Menschen mit geringem Einkommen lastet, trotz Möglichkeit nicht gemildert wird. Die Kantone erhalten vom Bund Gelder zur Subventionierung der Krankenkassenprämien. Einige aber bleiben auf ihrer Geldtruhe sitzen, und wer sich um einen Zuschuss bemüht, muss nicht selten ein erniedrigendes Verfahren auf sich nehmen.
Dass das Krankenversicherungsgesetz KVG nicht das Gelbe vom Ei ist, haben mittlerweile auch seine einstigen Befürworter erkannt. Doch so wie die Gesundheit einer Entwicklung unterliegt, muss auch das KVG den Erfordernissen der Zeit ständig angepasst werden. Aber das Rad neu erfinden müssen wir nicht. Alles ausprobieren, was andere schon falsch gemacht haben, müssen wir auch nicht.
Wo könnte man Kosten für den Einzelnen senken? Ganz klar: Beim Verhindern gesundheitlicher Beschwerden. Wer den Turnunterricht für Lehrlinge abschafft, weil damit pro Jahr eine von zweihundertfünfzig Million zu sparen sei, denkt nicht über seine Nasenspitze hinaus; wer fünfzehntausend Franken für ein taugliches Zigarettenpräventionsprogramm für Kinder streicht, handelt nicht geizig, sondern sträflich: Prävention macht sich bezahlt.
Das gilt nicht nur für den Staat, sondern auch für jeden einzelnen: Auf den Körper hören, gescheiter essen, einen Meter weiter gehen statt fahren, Sport mit Mass und Vernunft, dem Stress einen Riegel schieben – oder auch einmal häufiger lachen. Man wird davon nicht gleich gesund, aber man bleibt länger gesund, und es kostet bei weitem weniger als Reue und Rehabilitation.
Kosten sparen wird man nicht, indem man – wie es Mode geworden ist – den Kopf zu tief in die Zahlen steckt und nur noch Zahlen und dahinter nichts mehr sieht: So geht die Weitsicht verloren, und eh' man sich versieht, ist unser Gesundheitswesen zutodegespart. Oder zutodekontrolliert und -verwaltet. Denn von dieser Seite droht eine weitere Gefahr: Kostenkontrolle und Administration sollten nicht mehr kosten als die Behandlungen selbst!
Wenn es um die Gesundheitskosten geht, dürfen sich die Schweizer Chiropraktoren sehen lassen: Die Kosten der Chiropraktik sind seit Jahren stabil, Chiropraktik hilft unnötige Operationen vermeiden, sie stellt die Arbeitsfähigkeit rascher wieder her, wirkt der Chronifizierung von Beschwerden entgegen, dämmt den Medikamenteneinsatz wirksam ein, und sie berät und betreut präventiv. Diese Leistungen werden die Chiropraktorinnen und Chiropraktoren für ihre Patientinnen und Patienten weiter perfektionieren. Zusammen mit der Schweizerischen Vereinigung Pro Chiropraktik werden wir uns dafür einsetzen, dass Ihnen diese Leistungen auch in Zukunft ohne Zusatzversicherungen und Einschränkungen offenstehen.
Februar 2000 zurück
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