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Wann kann Chiropraktik Kleinkindern helfen?

Interview mit den Chiropraktorinnen Dr. Mette Hobaek Siegenthaler, Basel, und Frau Dr. Regula Willi, Reinach BL. Die Fragen hat Dr. med. Claudia Wandt, Riehen BL, gestellt.

Was führt Eltern von Kleinkindern in Ihre Praxen?

Eltern konsultieren uns meist in den ersten zwei bis sechs Lebenswochen ihres Kindes. Oft werden sie von Mütterberatungsschwestern, Hebammen, Geburtskliniken und Spitälern oder von Kinderärzten überwiesen. Sie berichten, dass ihre Kinder vor allem am Abend stundenlang schreien.

Die Säuglinge sind zwar gesund und nehmen normal an Gewicht zu, doch sind generelle Unruhe und Verdauungsprobleme häufig. Viele der Kinder haben einen so genannten Schiefhals oder eine Symmetriestörung.

Welche Ursache liegen diesen Symptomen zugrunde?

Weshalb ein Säugling zum «Schrei- oder Kolikkindes» wird, ist unbekannt. Die vielen Studien zum Thema weisen auf keinen klaren Auslöser hin. Sie zeigen aber, dass das Problem häufig ist (8 bis 49 % der Säuglinge, je nach Studie) und dass die Beschwerden in 50 % der Fälle länger als drei Monate dauert.

Vor allem in den skandinavischen Ländern und den USA behandeln Chiropraktoren diese Säuglinge seit Jahrzehnten manuell. Wir vermuten, dass Funktionsstörungen in einem Wirbelsäulensegment, meist im Bereich der oberen Halswirbelsäule, Bauchschmerzen, Unruhe und Schreianfälle auslösen. Diese Erkenntnisse basieren auf neurophysiologischen Reflexmechanismen. Zwei Studien zeigen sehr gute Resultate mit chiropraktischen Behandlungen bei so genannten Kolik- und Schreikindern. Deutsche Manualmediziner haben mit ihren Studien ähnliche Resultate aufgezeigt. Sie haben diesem Krankheitsbild einen Namen gegeben; Kopfgelenk induzierte Symmetriestörung (KISS SYNDROM).

Woraus besteht Ihre Therapie?

Nach Anamnese und Untersuchung wird manuell untersucht. Dabei palpieren (palpieren = abtasten) wir jedes einzelne Wirbelsäulensegment auf der Suche nach Funktionsstörungen. Die Weichteile, vor allem die Muskulatur, werden ebenfalls begutachtet.

Die Behandlung ist altersspezifisch. Je nach Befund wird das betroffene Gelenk mit manuellen Techniken gelöst. Oft reichen eine Mobilisation ohne Impuls oder ein modifizierter Impuls mit Manipulation. Oft werden andere Behandlungsformen kombiniert, etwa Kraniosakraltherapie, Übungen und, bei älteren Kindern, Ergometrie.

Gibt es weitere Beschwerden, die Säuglinge, Kinder und Jugendliche in ihre Praxen führen?

Bei Säuglingen treffen wir vor allem auf die Tortikollis, den Schiefhals. Bei den etwas älteren Patienten gibt es eine Vielfalt von Beschwerden: klassische Tortkollis, Spannungskopfschmerzen, haltungsbedingte Wirbelsäulebeschwerden, posttraumatische Dysfunktionen im Bewegungsapparat und natürlich auch Probleme im otrhopädischen Bereich, wie zum Beispiel Senkfüsse.

Wie ist die Zusammenarbeit mit den Kindern- und Jugendärzten?

Im Allgemeinen ist die Zusammenarbeit mit den Kinderärzten sehr gut. Uns ist wichtig, dass der Kinderarzt die erste oder gleichzeitige Anlaufstelle für Eltern ist.

Erschienen in «Forum News, Zeitschrift für Mitglieder und Interessenten des Forums für Praxispädiatrie, Juni 2002»

Hier finden Sie die Adresse Ihrer nächsten Chiropraktorin oder Ihres nächsten Chiropraktors.

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Hypomobilität
Eingeschränkte Beweglichkeit der Gelenke. Typisch für die H. sind der Bewegungs- und der «Anlaufschmerz» nach längerem Sitzen oder Liegen.
Ist die H. durch Weichteilveränderungen (zum Beispiel Veränderungen der Gelenkkapsel, Muskelverspannungen) verursacht, kann das betroffene Gelenk chiropraktisch mobilisiert werden; es ist dann wieder frei beweglich.

(aus dem Rückenlexikon)